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3D-Druck-Materialien im Vergleich.

Zehn Sorten im FDM-Verfahren, von PLA bis PA. Was das Teil aushalten muss, entscheidet — nicht, was am häufigsten verkauft wird. Und wenn Ihre Wunschwahl für den Einsatzzweck die schlechtere ist, sagen wir das.

VerfahrenFDM — kein SLA, SLS oder Metall
Sorten10 lieferbar, ab 1 Stück
Bereichbis etwa 120 °C, flexibel bis faserverstärkt
Beratungim unverbindlichen Angebot enthalten

01 — Die zehn Materialien

Temperatur als Orientierung, nicht als Zusicherung
PLAbis ca. 55 °C · Optik und Detail, große Farbauswahl, maßhaltig. Für Deko, Anschauungsmodelle und Passform-Prüfungen im Innenraum. Draußen und im Auto ungeeignet.
PETGbis ca. 70 °C · Das Arbeitspferd: zäh statt spröde, hält auch draußen. Der Standardfall für Funktionsteile, Gehäuse und Halterungen.
ASAbis ca. 95 °C · UV-stabil, vergilbt nicht, übersteht den Sommer im Auto. Erste Wahl für alles im Dauereinsatz draußen.
ABSbis ca. 95 °C · Zäh und gut nachbearbeitbar: schleifen, kleben, glätten. Für Innenteile, die weiterverarbeitet werden.
PLA CFbis ca. 55 °C · Carbonverstärkt: matte Optik, deutlich formstabiler als PLA. Wenn Optik und Steifigkeit zählen, aber keine Wärme.
PETG CFbis ca. 75 °C · Steif und verzugsarm für Halterungen unter Last. Der Kompromiss aus Festigkeit und Gutmütigkeit.
PETG GFbis ca. 75 °C · Glasfaserverstärkt, vergleichbar steif wie PETG CF, andere Haptik und Optik.
TPUbis ca. 70 °C · Flexibel und abriebfest: Dichtungen, Griffe, Dämpfer, Puffer. Druckt langsam, das schlägt auf den Preis durch.
PPbis ca. 100 °C · Chemikalienbeständig und zäh, mit Filmscharnier möglich. Für Behälter und Deckel — anspruchsvoll im Druck.
PA (Nylon)bis ca. 120 °C · Sehr zäh und abriebfest, für Zahnräder und Gleitlager. Muss vor dem Druck getrocknet werden, braucht Vorlauf.

Die Temperaturangaben sind Orientierungswerte für die Materialwahl, keine zugesicherten Eigenschaften. Braucht Ihr Bauteil eine belegte Spezifikation, arbeiten wir mit dem Datenblatt des konkret verwendeten Filaments — nicht mit dieser Tabelle.

02 — PLA oder PETG?

Die Frage, die am häufigsten kommt
WärmePLA verformt sich ab etwa 55 °C — das erreicht ein Auto im Sommer und ein Fensterbrett in der Sonne. PETG hält bis etwa 70 °C. Wenn Wärme im Spiel ist, gewinnt PETG.
BruchverhaltenPLA ist steif und bricht spröde. PETG gibt nach und reißt eher, als dass es splittert. Für Clips, Rastnasen und alles, was sich bewegt, ist das der entscheidende Unterschied.
Optik & DetailHier liegt PLA vorn: schärfere Kanten, sauberere Überhänge, mehr Farben. Für Deko, Modelle und Sichtteile im Innenraum die bessere Wahl.
MaßhaltigkeitPLA schrumpft weniger und ist bei engen Passungen etwas berechenbarer. PETG neigt zu leicht verrundeten Kanten — planbar, aber vorhanden.
DraußenPLA nimmt Feuchtigkeit auf und wird über Monate brüchig. PETG hält Wind und Wetter aus. Für dauerhaften Außeneinsatz mit Sonne ist allerdings ASA die richtige Antwort, nicht PETG.
KurzfassungSoll es gut aussehen und drinnen bleiben: PLA. Soll es etwas aushalten oder raus: PETG. Muss es dauerhaft in die Sonne: ASA.

03 — Faserverstärkt

Carbon und Glasfaser: PLA CF, PETG CF, PETG GF

Was Fasern bringen

Kurzfasern im Filament machen das Teil steifer und verzugsärmer. Es biegt sich weniger unter Last und bleibt maßhaltiger bei großen Flächen.

Was sie nicht bringen

Keine höhere Temperaturfestigkeit — PLA CF bleibt bei etwa 55 °C. Und keine höhere Schlagfestigkeit: faserverstärkte Teile sind steifer, aber spröder.

Optik

Matte, leicht raue Oberfläche, die Schichten fallen weniger auf. Für Sichtbauteile oft ansprechender als glänzendes PLA.

Wann sinnvoll

Halterungen und Aufnahmen, die sich nicht verwinden dürfen. Lange flache Teile, die sonst wellig werden. Vorrichtungen in der Werkstatt.

Was es kostet

Faserverstärkte Materialien brauchen eine gehärtete Düse und sind im Einkauf teurer. Das steht im unverbindlichen Angebot als Materialposition, nicht als Zuschlag im Kleingedruckten.

CF oder GF?

Mechanisch vergleichbar. Carbon ist dunkel und matt, Glasfaser heller mit anderer Haptik. In der Regel entscheidet die gewünschte Optik.

04 — Technische Materialien

ASA, ABS, PP, PA — und was sie verlangen
Geschlossener BauraumASA, ABS und PA laufen nur auf den geschlossenen Maschinen. Auf offenen Druckern verziehen sie sich, und die Schichten haften nicht sauber.
TrocknungPA ist stark hygroskopisch und muss vor dem Druck getrocknet werden. Das kostet Vorlauf — bei eiligen Terminen sagen wir das vorher, statt es hinterher als Verzögerung zu melden.
PP ist anspruchsvollDie Haftung auf der Druckplatte ist der Knackpunkt. Machbar, aber mit höherem Ausschussrisiko — deshalb bei PP-Teilen lieber einen Puffer im Termin einplanen.
NachbearbeitungABS lässt sich gut schleifen, kleben und glätten — praktisch, wenn das Teil lackiert werden soll. ASA ist dafür ähnlich geeignet und dazu UV-stabil.

05 — Auswahl nach Anforderung

Von der Anforderung zum Material
Hitze über 90 °CASA, ABS (bis ca. 95 °C), PP (bis ca. 100 °C), PA (bis ca. 120 °C)
AußeneinsatzASA zuerst — UV-stabil und vergilbungsfrei. Sonst PETG, PETG CF/GF, PP
Mechanisch belastetPETG CF, PETG GF und PLA CF für Steifigkeit, PA für Zähigkeit und Verschleiß
FlexibelTPU — als einziges Material im Programm wirklich elastisch
ChemikalienPP für Behälter und Deckel, PA in vielen Fällen ebenfalls belastbar
Optik & DetailPLA für schärfste Kanten und Farbe, PLA CF für matte technische Optik

Dieselbe Auswahl gibt es auf der Startseite als interaktiven Filter — dort lassen sich die Materialien direkt nach Anforderung durchklicken.

06 — Was wir nicht anbieten

Damit Sie nicht umsonst anfragen
Kein MetallMetalldruck ist ein anderes Verfahren mit anderen Maschinen. Wenn Ihr Teil Metall braucht, sagen wir das — und drucken es nicht ersatzweise in Kunststoff.
Kein SLA/ResinFür sehr feine Miniaturen und hochglänzende Kleinteile ist Resin das richtige Verfahren. Dafür sind wir der falsche Anbieter.
Kein SLSPulverbettverfahren mit anderer Kostenstruktur. Bei entsprechendem Bedarf lohnt eine Anfrage bei einem Spezialanbieter.
Nicht lebensmittelechtGedruckte Teile sind nicht für Lebensmittelkontakt und nicht für dauerhaften Hautkontakt gedacht: Schichten und Hohlräume lassen sich nicht sicher reinigen.

07 — Häufige Fragen zu Material

Was ist FDM-Druck?

FDM steht für Fused Deposition Modeling: eine erhitzte Düse legt geschmolzenen Kunststoff Schicht für Schicht ab, bis das Bauteil steht. Es ist das verbreitetste 3D-Druckverfahren für funktionale Kunststoffteile — robust, materialvielfältig und wirtschaftlich schon bei einem Stück. Der sichtbare Schichtaufbau ist die charakteristische Eigenschaft des Verfahrens.

PLA oder PETG — was soll ich nehmen?

Soll es gut aussehen und drinnen bleiben: PLA. Soll es etwas aushalten oder nach draußen: PETG. Muss es dauerhaft in die Sonne: ASA. Der wichtigste Unterschied ist die Wärme — PLA verformt sich ab etwa 55 °C, PETG hält bis etwa 70 °C.

Welches Material ist UV-stabil?

ASA. Es vergilbt nicht und bleibt auch nach Monaten in der Sonne belastbar. PETG hält Wetter gut aus, verfärbt sich unter starker UV-Belastung aber langsam. PLA ist für dauerhaften Außeneinsatz nicht geeignet.

Was ist das stabilste Material?

Es gibt kein „stabilstes“ — die Frage ist, gegen was. Für Steifigkeit: PETG CF oder PETG GF. Für Zähigkeit und Verschleiß: PA. Für Hitze: PA, dann ASA und ABS. Für Chemikalien: PP. Deshalb fragen wir nach dem Einsatzzweck, bevor wir ein Material empfehlen.

Kostet ein anderes Material mehr?

Ja, aber meist weniger, als man denkt: bei den meisten Aufträgen ist die Druckzeit der größere Posten. Ins Gewicht fallen vor allem faserverstärkte Materialien und Sorten, die Trocknung oder eine Spezialplatte brauchen. Wie sich ein Preis zusammensetzt: Preise.

Sind gedruckte Teile lebensmittelecht?

Nein. Unabhängig vom Filament entstehen beim FDM-Druck Schichtfugen und Hohlräume, die sich nicht sicher reinigen lassen. Für Teile mit Lebensmittelkontakt ist das Verfahren nicht geeignet.

Können Sie ein Material besorgen, das nicht in der Liste steht?

Fragen Sie an. Die zehn Sorten sind das eingefahrene Programm, bei dem Profile und Erfahrungswerte sitzen. Ein Sondermaterial bedeutet Beschaffung, Einfahren und ein Ausschussrisiko — das kalkulieren wir dann offen mit, statt es zu verschweigen.

Unsicher bei der Wahl?

Beschreiben Sie den Einsatzzweck — wo das Teil sitzt, was es aushalten muss, wie warm es wird. Die Materialempfehlung ist im unverbindlichen Angebot enthalten und kostet nichts extra.

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